OFZ — Osteoporoseforschungszentrum

 

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine schmerzhafte chronische Erkrankung des Skeletts, ausgelöst durch den Abbau von Knochensubstanz. Der Verlust von Knochenmasse setzt etwa ab dem 40. Lebensjahr ein und beträgt im allgemeinen 2-5 % pro Lebensdekade, bei Frauen in der Menopause beschleunigt sich jedoch der Knochenabbau. Die Belastbarkeit des Knochens nimmt ab, und es kommt als Folge zu Knochenbrüchen, bei denen Oberschenkelhals, Wirbelkörper und Unterarm besonders häufig betroffen sind. Von sekundärer Osteoporose spricht man, wenn der Knochenabbau durch bestimmte Stoffwechselerkrankungen oder z.B. durch die Langzeitbehandlung mit Kortison oder Steroiden ausgelöst wird.

Wer ist von Osteoporose betroffen?
Osteoporose weitet sich immer mehr zur Volkskrankheit aus. In Deutschland wird die Anzahl der Osteoporosekranken gegenwärtig auf 6-8 Millionen geschätzt. Etwa 80 % davon sind Frauen. In zunehmendem Maße leiden aber auch Männer an Osteoporose. Schätzungen zufolge werden 4 von 10 der derzeit 50-jährigen Frauen im Laufe ihres Lebens eine osteoporotisch bedingte Fraktur erleiden. Neben den schwerwiegenden Folgen für die Betroffenen stellt die Osteoporose eine gewaltige sozioökonomische Herausforderung dar. Jährlich werden in Deutschland ca. 6300 Oberschenkelhalsbrüche registriert. Ein solches Ereignis führt gerade für ältere Menschen in den meisten Fällen zu einer wesentlichen Verschlechterung der Lebensqualität. Ungefähr 10-20% der Patienten sterben innerhalb eines Jahres.

Frakturrisikofaktoren
Die genauen Ursachen des Knochenverlustes und damit der Osteoporose sind letztlich noch nicht geklärt. Folgende Faktoren tragen aber wesentlich zu einem erhöhten Frakturrisiko bei:

  • verringerte Knochendichte
  • mangelnde physische Aktivität
  • bereits vorhandene Frakturen
  • kalziumarme Ernährung und Vitamin-D-Mangel
  • Mangel an Sexualhormonen
  • Alkoholmißbrauch
  • Rauchen
  • bestimmte Stoffwechselkrankheiten
  • Langzeitbehandlung mit Kortison oder Steroiden
  • Genetische Faktoren

Vorbeugung
Da sich eine Osteoporose meist "schleichend" und vom Betroffenen unbemerkt entwickelt, kommt der regelmäßigen Kontrolle und präventiven Maßnahmen eine besondere Bedeutung zu. Wesentlich sind hierbei eine optimale Versorgung des Knochens mit Kalzium und Vitamin D und die Förderung des Knochenaufbaus durch ausreichende Bewegung (weitere Informationen), idealerweise in Form eines Kraft- und Ausdauertrainings. Verschiedene medikamentöse Präventionsstrategien, wie z.B. eine Hormonersatztherapie für Frauen nach der Menopause, stehen zur Verfügung.

Behandlung einer Osteoporose
Bei Verdacht auf Osteoporose wird zunächst i.A. eine Knochendichtemessung durchgeführt. Die Messung sollte optimalerweise dort erfolgen, wo die Bruchgefahr am höchsten ist, also am Oberschenkelhals und am proximalen Femur. Das Ergebnis der Knochendichtemessung ist aber kein alleiniges Therapiekriterium, so lassen sich Wirbelkörperfrakturen nur im Röntgenbild eindeutig identifizieren. Weiterhin sind durch eine Blut- und Urinanalyse mögliche Primärerkrankungen, die zu einer Osteoporose führen können, auszuschließen.
Im Bereich der Therapie stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Neben einer Ernährungsumstellung, Reha-Sport und der Gabe von Kalzium und Vitamin D kann mit verschiedenen Medikamenten der Knochenabbau gehemmt oder der Knochenaufbau stimuliert werden. Eine kassenärztliche Behandlung durch das OFZ ist leider nicht möglich.

Entwicklung neuer Verfahren der Osteoporosediagnostik, - prävention und - therapie
Das primäre Ziel des OFZ ist die Erforschung und Entwicklung neuer Diagnose- und Therapiestrategien. Darüber hinaus soll als Dienstleistung für den Raum Erlangen/Nürnberg eine beratende Unterstützung niedergelassener Ärzte stattfinden. Weiterhin stellt das OFZ ein breites Instrumentarium, z.B. Computertomographie, Dual x-ray-Absorptiometrie und Ultraschall, zur Bestimmung der Knochendichte zur Verfügung.

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