OFZ — Osteoporoseforschungszentrum

Terminvereinbarungen für Knochedichtemessungen bitte unter der Nummer 09131/8525513!

Knochendichtemessungen

Bedeutung einer frühzeitigen Diagnose mittels Knochendichtemessung

Die Osteoporose ist ein „stiller Dieb“. Da der Verlust an Knochensubstanz selber nicht schmerzhalft ist, bleibt die Osteoporose meist lange Zeit unbemerkt. Erst wenn bereits ein spätes Stadium der Erkrankung eingetreten ist und sich osteoporotische Brüche ereignen („klinisch manifeste“ Osteoporose), macht sich die Erkrankung bei den Betroffenen zum ersten Mal bemerkbar. Durch eine Knochendichtemessung lässt sich vor Auftreten osteoporotischer Brüche eine „präklinische Osteoporose“ diagnostizieren.

Dies ermöglicht bei Bedarf die rechtzeitige Einleitung entsprechender Maßnahmen, um einem weiteren Verlust der Knochensubstanz entgegenzuwirken.

Knochendichtemessung (Osteodensitometrie)

Unter Knochendichtemessung (der Fachbegriff heißt Osteodensitometrie) versteht man medizinisch-technische Verfahren, die zur Bestimmung der Dichte, bzw. des Kalksalzgehaltes des Knochens dienen. Bei den gebräuchlichen Verfahren (DXA, QCT) werden diese Parameter über eine dichteabhängige Schwächung von Röntgenstrahlen berechnet.

DXA-Methode (Dual-X-ray-Absorptiometrie)

http://www.ofz.uni-erlangen.de/images/dichte1.jpgDas Verfahren, das in der klinischen Routine am weitesten verbreitet ist und das den „Goldstandard“ innerhalb der Osteodensitometrieverfahren darstellt, ist die Dual-Röntgen-Absorptiometrie ( engl. Dual-Energy X-ray Absorptiometry, DXA/DEXA). Bei dieser Technik kommen zwei energetisch leicht unterschiedliche Röntgenquellen zum Einsatz, über deren Schwächungswert die Dichtewerte des durchleuchteten Körperbereichs berechnet werden kann. Da Materialien mit unterschiedlicher Dichte in Abhängigkeit von der Energie der Röntgenstrahlung unterschiedliche Schwächungscharakteristiken zeigen, lassen sich bei dieser Messung drei verschiedene Körpergewebe (Knochen-, Fett- und fettfreies Körpergewebe) unterscheiden, und die Knochendichte präzise bestimmen. Im Rahmen von Ganzkörper-DXA-Messungen lässt sich neben der Knochendichte und -masse auch die Zusammensetzung des gesamten Körpers (Fettmasse und Fettfreie Masse) bestimmen.

Die Knochendichtemessung mittels DXA-Verfahren dient der Diagnostik einer Osteoporose, der Verlaufskontrolle und stellt ferner ein wichtiges Kriterium für medikamentöse Therapieentscheidungen dar. Sie wird standardmäßig im Bereich der Hüfte und der Lendenwirbelsäule durchgeführt.

Die Strahlendosis ist bei einer Knochendichtemessung mittels des DXA-Verfahrens sehr gering. Mit 1-10 m Sv beträgt die Belastung ca. ein Hundertstel einer Röntgenuntersuchung der Brustwirbelsäule bzw. der jährlichen natürlichen Strahlbelastung

Im Osteoporoseforschungszentrum können Sie sich die Knochendichte mittels DXA-Verfahren messen lassen. Nähere Informationen finden Sie hier

QCT (Quantitative Computer-Tomographie)

Die quantitative Computertomographie erlaubt als dreidimensionales Verfahren die separate Bestimmung der Knochendichte des trabekulären Knochens (Bälkchenstruktur) im Bereich der Lendenwirbelsäule. Dies kann von Vorteil sein, da der trabekuläre Knochen schnellerauf Veränderungen reagiert als der kortikale Anteil (Rindenstruktur). Ferner werden bei diesem Verfahren bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule mit Kalkablagerungen nicht beeinflusst bzw. verfälscht.

In unserem Hause erfolgt aktuell die Software-Entwicklung zur Auswertung von 3D spiral CT Datensätzen zur differenzierten Bestimmung der Knochendichte im Bereich der Lendenwirbelsäule und Hüfte. Die 3D Segmentierungsverfahren erlauben neben der Quantifizierung der Dichte auch die Bestimmung von geometrischen Parametern im Bereich dieser beiden Regionen.

Ein weiteres Forschungsgebiet der Forschungsgruppe um Prof. Engelke ist die Entwicklung von höchauflösenden MikroCT Scannern, mittels derer die dreidimensionale Knochenarchitektur in vitro in bisher nicht erreichter Ortsauflösung (10µm) untersucht werden kann.

Qualitätskontrolle von Knochendichtemessungen
Auf dem Gebiet der Qualitätskontrolle der Osteodensitometrie ist das OFZ an führender Stelle im internationalen Komitee zur Standardisierung der Knochendensitometrie engagiert. So hat Prof. Kalender vom IMP das European Spine Phantom, den einzigen international anerkannten Standard zur Kreuzkalibrierung von DXA und QCT Geräten entwickelt. Dank diesem Standard ist es jetzt zum ersten Mal möglich, Dichtemessungen desselben Patienten an DXA-Geräten verschiedener Hersteller zu vergleichen.