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RUSH - die Laufstudie an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen Nürnberg

Das Ziel der Untersuchung ist die Evaluierung eines intensiven körperlichen Trainings auf gesundheitsrelevante medizinische Größen unter besonderer Berücksichtigung moderner Messtechnologien bei gesunden untrainierten Männern. Aus radiologischer Sicht ist das Ziele der Studie die Identifikation typischer Kenngrößen der physiologischen Adaption des Herz-Kreislauf-Systems nach einem Ausdauertraining (s.o.), die Abgrenzung von pathologischen Veränderungen, sowie der Vergleich kernspintomographischer mit echokardiographischen Ergebnissen.

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Wissenschaftlicher Hintergrund

„Walking“, „Power-Walking“, „Nordic-Walking“ und „Jogging“ sind populäre, gesundheitsorientierte Sportarten, die sich im Rahmen von „life-style“ Interventionen zunehmender Popularität erfreuen (1). Regelmäßige, „überschwellige“ Trainingsreize führen zu günstigen Effekten auf gesundheitsrelevante physiologische und kardiovaskuläre Parameter wie z.B. eine allgemeine muskuloskelettale Kräftigung, Senkung der Cholesterin- und Lipidwerte oder eine Erhöhung der Insulinsensitivität (2-4). Es ist anzunehmen, dass auch relativ rasch funktionelle und morphologische Anpassungserscheinungen des Herzens nachweisbar sind, wie erste Studien zeigen (5, 6). Diese Studien basieren auf echokardiographischen Ergebnissen, die jedoch wichtige Parameter der Herzarbeit wie links- und rechtsventrikuläre Volumen- und Massebestimmungen nur unzureichend erfassen. Die Magnetresonanztomographie (MRT) stellt derzeit den Goldstandard für die Beurteilung der links- und rechtsventrikulären Volumetrie des Herzens dar. Es handelt sich hierbei um ein nichtinvasives Verfahren, ohne ionisierende Strahlung, welches im Gegensatz zur Echokardiographie unabhängig von der Physiognomie des zu Untersuchenden und weitgehend untersucherunabhängig ist. Neueste kernspintomographische Querschnittuntersuchungen des Herzens bei Triathleten und Profifußballern zeigen signifikant höhere, links- und rechtsventrikuläre Werte für das enddiastolische Volumen, die myokardiale Masse und die Herzmuskeldicke im Vergleich zu Freizeitsportlern (7-8). Bisher wurden keine kernspintomographische Längsschnittuntersuchungen durchgeführt, welche die physiologischen Adaptationserscheinungen des Herzens nach einem mehrmonatigen intensiven Ausdauertraining bei vorher inaktiven Personen evaluieren. In diesem Zusammenhang sind neben der exakten Einschätzung des Entwicklungspotentials physiologischer und kardiologischer Größen als Reaktion auf ein gesundheits-sportliches Training, die Abgrenzung einer physiologischen Adaptation des Herzens von pathologischen Veränderungen wie zum Beispiel einer hypertrophen Kardiomyopathie oder fibrotischen Herzveränderungen von besonderer Bedeutung. Ziel der Untersuchung ist somit die Evaluierung der Effekte eines intensiven 16-wöchigen Lauf-Trainingsprogrammes auf gesundheitsrelevante, leistungsphysiologische und insbesondere kardiale Parameter bei initial untrainierten Männern in mittlerem Lebensalter unter besonderer Berücksichtigung MRT-basierter Messparameter.


Literatur

  1. Blair SN, Kampert JB, Kohl HW, 3rd, et al. Influences of cardiorespiratory fitness and other precursors on cardiovascular disease and all-cause mortality in men and women. Jama. 1996;276(3):205-10.
  2. Kelley GA, Kelley KA, Tran ZV. Aerobic exercise and resting blood pressure: a meta-analytic review of randomized, controlled trials. Prev Cardiol. 2001;4(2):73-80.
  3. Kelley GA, Kelley KS, Tran ZV. Aerobic exercise and lipids and lipoproteins in women: a meta analysis of randomized controlled trials. Journal of Women's Health. 2004;13(10):1148-1164.
  4. Kelley GA, Kelley KS. Effects of aerobic exercise on C-reactive protein, body composition, and maximum oxygen consumption in adults: a meta-analysis of randomized controlled trials. Metabolism. 2006;55(11):1500-7.
  5. Weineck J. Optimales Training Erlangen: Spitta-Verlag; 2007.
  6. Weineck J. Sportbiologie. Vol. 10 Balingen: Spitta Verlag; 2009.
  7. Scharf, M., Brem MH, Wilhelm M, Schöpf UJ, Uder M, Lell MM. Atrial and ventricular functional and structural adaptations of the heart in elite triathletes assessed with cardiac MR imaging. Radiology. 2010;257(1):71-79.
  8. Scharf, M., Brem MH, Wilhelm M, Schöpf UJ, Uder M, Lell MM. Cardiac magnetic resonance assessment of left and right ventricular morphologic and functional adaptations in professional soccer players. Am Heart J. 2010;159(5):911-918.
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Studiendesign

Randomisierte, kontrollierte, teilverblindete Studie mit Wartegruppe* (cross-over)

Endpunkte

Primäre Endpunkte

Sekundäre Endpunkte

Stichprobe

Zwei-Gruppen Design, randomisiert, z.T. cross-over (Wartegruppe)

Intervention

Periodiertes, progressives Lauftraining über 16 Wochen. Basierend auf individuellen Trainingsplänen, zunehmende Intensivierung des Belastungsumfanges (bis Woche 10) und der Reizintensität (insbes. ab Woche 10). 2-4 Trainingseinheiten je Woche (1-2 gemeinsame, überwachte Trainingseinheiten; 1-3 Trainingseinheiten in Eigenregie (Vorgaben über Trainingsplan).


*Die Wartegruppe wird das Lauftraining nach der „Abschlussmessung“ aufnehmen. In diesem Teil der Untersuchung wird ein Vergleich unterschiedlicher Trainingsprotokolle (bspw. Phase 1: umfangsorientiert vs. Phase 2 (ehemalige „Wartegruppe“): intensitätsorientiert) angestrebt.

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